Jugend trifft Erfahrung 15.-17.9. Wendland

28.09.2017
Rubriken: Jugendprojekt, Start

 

Nach einer Einführung in die Historie der Atomenergienutzung und der damit verbundenen gesellschaftlichen Debatte stand der zweite Tag im Zeichen von Zeitzeugenberichten. Dazu waren vor Ort:

Axel Meier - Geschäftsführer der BUND-Regionalgeschäftsstelle in Freiburg, erstmals aktiv 1974 in der Auseinandersetzung um den Bau des AKW Whyl und heute noch grenzüberschreitend engagiert.

Peter Dickel – Braunschweig, Freiberufler, Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD e.V., erstmals aktiv 1969 in der Auseinandersetzung um die Fahrpreiserhöhung der ÜSTRA Hannover. Seit Jahrzehnten engagiert in der Anti-AKW-Bewegung.

Birgit Hunecke – Mitarbeiterin im Gorleben-Archiv in Lüchow, erstmals aktiv 1976 gegen den Bau des AKW Krümmel. Seit vielen Jahren in der BI Lüchow-Dannenberg.

Cecile Lecomte- Lüneburg, Bewegungsarbeiterin (Bewegungsstiftung), erstmals aktiv 2001 im Rahmen ihres Erasmus-Jahres in Deutschland, Schwerpunkt direkte Aktionen.

Clara Tempel – Lüneburg, Studentin, Mitglied beim Jugendnetzwerk für politische Aktion (JunepA), aktiv seit den 2000er Jahren

 

v.l. Julia Schnieders, Birgit Hunecke, Axel Meyer, Clara Tempel, Cecile Lecomte, Jutta Wieding (Moderatorin)

 Jutta Wieding und Peter Dickel

Mit einer Exkursion zu den Gorlebener Anlagen und einem Rollenspiel zum Standortauswahlverfahren wurde die Auseinandersetzung mit dem Thema intensiviert und die Teilnehmenden aktiviert. Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Probleme die die Jugendlichen aktuell bewegen sowie ihrer Handlungsmöglichkeiten.

Besichtigung der Gorlebener Anlagen mit Torben Klages (BI Lüchow-Dannenberg)

Fazit: Von allen Teilnehmenden inklusive der Referent*innen wurde der Austausch zwischen den verschiedenen Generation als spannend und bereichernd empfunden.

Folgende Unterschiede wurden identifiziert:

  • Inhalt des Engagements: Bei einer Abfrage nach den drängenden Problemen der Gesellschaft wurde von den „Erfahrenen“ (naturgemäß, aus dem Spektrum waren sie ja eingeladen) der Umgang mit dem Atommüll am höchsten gewichtet, bei den Jugendlichen die Klimaschutzpolitik.
  • Anlass des Engagements: Während sich in den 1970er/80er Jahren ein gesellschaftliches Engagement in verschiedenen Bewegungen geradezu aufdrängte, sind diese heute sehr übersichtlich.
  • Komplexität der Anforderungen: Während bei den alten Bewegungen Erfolge definierbar und erreichbar waren, erscheinen die Probleme heute als sehr komplex. Umso wichtiger wird die Änderung des eigenen Lebensstils erachtet.
  • Umfang des Engagements: Während die gesellschaftliche Auseinandersetzung bei den „Erfahrenen“ das gesamte Leben bestimmt, suchen die Jugendlichen nach Möglichkeiten einer eingrenzbaren Mitarbeit.

 


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