Inhalt der Module

02.04.2017
Rubriken: Sommerakademie

Modul Strahlung und Strahlenwirkung

Einführung ins Thema Radioaktivität und den Risikobegriff, Auswirkung von Radioaktivität auf Mensch und Umwelt

Referent: Dr. med. Alex Rosen, IPPNW

Radioaktivität kann man nicht sehen, riechen, fühlen oder schmecken. Dennoch stellt es eine relevante Gefahr für Umwelt und Gesundheit dar. Zu Beginn der Summer School stellen wir uns daher die Frage: Was ist eigentlichen Radioaktivität und wie wirkt sie auf Gewebe und auf den menschlichen Körper? Außerdem wollen wir uns mit dem Begriff des „Strahlenrisikos“ auseinandersetzen und und anschauen, was die neuesten Studien zu den gesundheitlichen Folgen ionisierender Strahlung im Niedrigdosisbereich sagen

Modul Atommüll

Klassifizierung,  Herkunft, Mengen, Eigenschaften

Referentin: Ursula Schönberger, Politologin MA, Projekt Atommüllreport

Nach 60 Jahren Atomenergienutzung lagern an vielen Orten in der Bundesrepublik Deutschland radioaktive Abfälle. Infolge des  Rückbaus der Atomkraftwerke wird sich die Abfallmenge innerhalb relativ kurzer Zeit noch einmal erheblich vergrößern. Darüberhinaus fallen bereits bei der Produktion des Brennstoffs radioaktive Abfälle an, die im Ausland verbleiben. Woher kommen die radioaktiven Abfälle, wie sind ihre Eigenschaften und wie ist ihr gegenwärtiger Zustand? Was kann getan werden, um die Sicherheit zu erhöhen?  Außerdem wollen wir uns mit dem rechtlichen Rahmen und den Interessen beschäftigen, die den Umgang mit radioaktiven Abfällen bestimmen.

Modul Grundlegende Fragen der Endlagerung radioaktiver Abfälle

Einführung in das Thema Endlagerung mit Schwerpunkt auf den Aspekten Risiko, Langzeitsicherheit, Nachweismöglichkeiten sowie neueste Entwicklungen

Referent: Dipl.-Geol. Jürgen Kreusch, intac-GmbH, Hannover

Die Endlagerung radioaktiver Abfälle in tiefen geologischen Formationen wird seit mehreren Jahrzehnten von vielen Wissenschaftlern als beste Möglichkeit zum langfristig sicheren Umgang mit den Abfällen angesehen. Diese Ansicht wird von vielen anderen Menschen aus unterschiedlichen Gründen nicht geteilt. Die dieser Kontroverse zugrunde liegenden wesentlichen Argumente werden identifiziert und diskutiert. Dabei wird auch auf neue Entwicklungen in Deutschland eingegangen, insbesondere die Rückholbarkeit der Abfälle. Das Ziel des Moduls besteht darin, die verschiedenen Argumentationsstränge zu verstehen und sich ein begründetes Urteil zu bilden.

Modul Zwischenlagerung

Zeiträume – Sicherheitsfragen – Alternativen

Referenten: Dipl.-Phys. Wolfgang Neumann  intac-GmbH, Hannover, Dipl.-Ing. Manuel Reichardt, iBMB, TU Braunschweig, Dipl.-Phys. Oda Becker (Unabhängige Expertin)

Die deutschen Atomkraftwerke werden stillgelegt und abgebaut, die hochradioaktiven Abfälle sowie die bestrahlten Brennelemente sollen endgelagert werden. Über einen langen Zeitraum müssen hochradioaktive Abfälle und bestrahlte Brennelemente jedoch zunächst zwischengelagert werden. Aufgrund des langen Zeitraums stellt sich eine Reihe von Anforderungen, die das bisherige Zwischenlagerkonzept nicht erfüllt. Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Block Zwischenlagerung, dabei wird auch diskutiert, inwieweit realisierbare Alternativen (z. B. Transmutation) existieren. Darüber hinaus werden die Forschungsziele und -ergebnisse des Entria-Projekts erläutert.

Modul Ökonomische Aspekte

Kosten – Finanzierung – Markt – Beschäftigungsperspektiven

Referent: Prof. Dr. Wolfgang Irrek, Leiter Institut Energiesysteme und Energiewirtschaft, Hochschule Ruhr West

Ein Atomkraftwerk nach dem anderen wird stillgelegt und zurückgebaut, das verbleibende radioaktive Material behandelt, transportiert, zwischen- und endgelagert. Doch wie viel wird dies alles kosten, inwieweit ist die Finanzierung gesichert, wer muss am Ende die Kosten bezahlen und wer profitiert von diesem Geschäft? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Block zu den ökonomischen Aspekten. Darüber hinaus wird diskutiert, inwieweit es hier berufliche Perspektiven für kritisch denkende Menschen mit Verantwortungsbewusstsein gibt.


Programm Sommerakademie

Teilnahmebedingungen

Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Für die Bewerbung zur Teilnahme an der Sommerakademie bitten wir um
- Angaben zur Person (Alter, Studiengang, Studienort)
- kurzes Motivationsschreiben (2-3 Sätze): Was erwarten Sie sich von der Sommerakademie?
sowie Auskünfte zu
- Übernachtung in Wolfenbüttel: ja/nein
- Teilnahme an Exkursion:
   Schacht KONRAD / ASSE II / Keine

Bewerbung senden an: info@atommuellreport.de
Bewerbungsschluss 15.06.2017

Sollten Sie bereits ein Projekt zum Thema haben, können Sie dieses in Form eines Posters vorstellen. Bitte teilen Sie uns dies vorher mit.

Teilnahmebeitrag

Ohne Übernachtung
Studierende             100.- €
AkademikerInnen   200.- €
Mit Übernachtung im Doppelzimmer
Studierende             200.- €
AkademikerInnen   350.- €

Einzelzimmerzuschlag 40.- €
Im Einzelfall Härtefallregelungen möglich.

Der Beitrag umfasst neben den Übernachtungskosten Frühstück, Mittagessen, Abendessen, Exkursionen, Besichtigung der Ernst-August-Bibliothek, Filmabend