Wie sicher sind die Rückstellungen?

27.10.2016
Rubriken: Kosten

Während Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel am 10. Oktober 2015 Entwarnung für die Finanzierung des Rückbaus der Atomkraftwerke und der Lagerung der radioaktiven Abfälle gab, sieht dies eine aktuelles Gutachten der beiden Professoren Dr. Wolfgang Irrek und Dr. Michael Vorfeld ganz anders.

Auf der Webseite der Hochschule Ruhr West heißt es dazu: "Für ihr 50-seitiges Gutachten haben die beiden Professoren aus den Fachbereichen 1 und 2 die Geschäftsberichte der größten hiesigen AKW-Betreiberkonzerne E.ON und RWE daraufhin ausgewertet, welche Finanzierungsmöglichkeiten die beiden Konzerne für AKW-Rückbau und Atommüllentsorgung haben. Die Ergebnisse von Irrek und Vorfeld sind eine gute und eine schlechte Nachricht zugleich: Zum einen hat das Risiko, dass die Allgemeinheit mit hohen Milliardenbeträgen für die strahlenden Hinterlassenschaften der AKW-Betreiber aufkommen muss, deutlich zugenommen. Zum anderen ist bei E.ON und RWE zumindest jetzt noch genug Substanz und Spielraum vorhanden, um eine Absicherung der Steuerzahler umsetzen zu können, ohne dass die Konzerne Pleite gehen".

Demgegenüber sieht Wirtschaftsminister Gabriel wenig Handlungsbedarf. Er ließ in einer Presseerklärung verlauten: "Die von den Gutachtern vorgenommene Betrachtung der Vermögen der EVU zeigt, dass diese - in Summe - in der Lage sind, ihre atomrechtlichen Entsorgungsverpflichtungen zu erfüllen."

Während die Professoren der Hochschule Ruhr West als Lösung die "Einrichtung eines öffentlich-rechtlichen Fonds, in den die Konzerne unter Beibehaltung ihrer Finanzierungsverantwortung einzahlen müssen" fordern, will Wirtschaftsminister Gabriel lediglich ein Gesetz zur Nachhaftung für Rückbau- und Entsorgungskosten im Kernenergiebereich beschließen lassen. "Aus dem Gutachten ergibt sich darüber hinaus kein neuer Handlungsbedarf," so Gabriel.

Prof. Dr. rer oec Wolfgang Irrek / Prof. Dr. rer pol Michael Vorfeld: "Liquidität und Werthaltigkeit der Anlage der freien Mittel aus der Bildung von Rückstellungen für Stilllegung, Rückbau udn Entsorgung der Atomkraftwerke", Wuppertal 10.10.2015

Warnth& Klein Grant Thornton: "Gutachterliche Stellungnahme zur Bewertung der Rückstellungen im Kernenergiebereich", 09.10.2015


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