NCS Hanau

Quelle: http://www.anti-atom-aktuell.de

Anlage

 

Name:

NCS – Nuclear Cargo & Service GmbH

Bundesland:

Hessen

Betreiber:

Daher (frz. Unternehmensgruppe)

Geschäftsfeld:

Einzige noch in Betrieb befindliche Firma im „Atomdorf Hanau“ als Nachfolge der Transnuklear. Weltweite Logistik im gesamten Nuklear-Kreislauf für Brennstoffhersteller, Reaktorbetreiber und Entsorger mit eigenem Transport-Equipment und Zwischenlager, u.a. führt die NCS die CASTOR®-Transporte durch. [1]

Inbetriebnahme:

1962

Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde:

Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV)

Umgebungs-
überwachung:

Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG)

Vorgänger Transnuklear:

Transnuklear wurde 1966 von NUKEM (80%) und TNP-Transnucleaire Paris (20%) gegründet. Transnuklear war quasi Monopolist für den Transport radioaktiver Abfälle und bestrahlter Brennelemente.

1987 wurde bekannt, dass die Firma Transnuklear jahrelang auf illegale Weise Atommüll über die deutsch-belgische Grenze verschob und diesen Transfer Ganze mit Geldern in Millionenhöhe entlohnte. Anstatt den Abfall im belgischen Mol verbrennen zu lassen, wurden die Abfälle einfach zusammengekippt, umdeklariert und unbehandelt nach Deutschland zurück gebracht. Es gab Gerüchte, dass Abfälle auch ins Meer gekippt wurden. Die falsch deklarierten Gebinde wurden an die Kraftwerksstandorte, ins Fasslager Gorleben und in die ASSE II verbracht. 

Die Vorwürfe, dass Transnuklear atomwaffenfähiges Material nach Libyen und Pakistan geliefert hatte, konnten nicht bewiesen werden. Der Hauptverantwortliche Holtz soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft in der U-Haft Selbstmord begangen haben. Zweifel an dieser Version bestehen noch heute. [2]

Stilllegung

 

Befristung:

Keine Befristung

Abfälle

 

Genehmigung:

09.11.2009: Umgangsgenehmigung nach § 7 StrlSchV

Die Errichtung einer dritten Zwischenlagerhalle für Atommüll von anderen Standorten wurde vom hessischen Verwaltungsgerichtshof im Februar 2009 gestoppt, nachdem die Stadt Hanau die Baugenehmigung verweigert hatte. Die Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht scheiterte. [3]

12.02.2020: Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel gibt der Stadt Hanau Recht und damit dem seit vielen Jahren laufenden Versuch des Unternehmens eine Absage, ein neues Zwischenlager für schwach radioaktives Material einzurichten. [3a]

Inventar:

2 Hallen, ein Freilager für „vernachlässigbar wärmeentwickelnde“ konditionierte Abfälle

Halle 6: Sonstige radioaktive Stoffe mit einer genehmigten Gesamtaktivität von 1 x 1014 Bq, von NUKEM (jetzt RD Hanau), AREVA NP, GNS und RWE Biblis, Lagerkapazität ca. 4.000 m³  [4]

Halle 12: Radioaktive Abfälle aus dem Rückbau der ehemaligen Siemens-Brennelementwerke, Betriebsteile Uran und MOX mit einer genehmigten Gesamtaktivität von 2 x 1016 Bq und einer Lagerkapazität von ca. 9.000 m³. Bis Ende 2005 waren 1.130 Container in Halle 12 eingelagert. Weitere Container (ca. 100) werden nach Konditionierung bei der HDB-Karlsruhe in den nächsten Jahren zur Einlagerung bei der NCS erwartet. [4] ; [5]

 

Laut Abfallverzeichnis BMU zum 31.12.2017: [6]

Rohabfälle und vorbehandelte Abfälle

  • feste Abfälle anorganisch: 16 t
  • Mischabfälle: 9 t

Konditionierte Abfälle

  • 200-l-Fässer: 72 (19 m³)

Abfälle in Endlagergebinden

  • Betonbehälter Typ I: 133 (160 m³)
  • Betonbehälter Typ II: 14 (18 m³)
  • Gussbehälter Typ II: 4 (5 m³)
  • Container Typ IV: 281 (2.007 m³)
  • Container Typ V: 29 (316 m³)
  • Container Typ VI: 954 (5.152 m³)

Meldepflichtige Ereignisse:

25.03.1985: Brand eines 200-l-Fasses mit Zircaloyspänen im Reststoff-Abfalllager [7]

Verbringung von Abfällen:

  1. ASSE II: 6.993 Gebinde von Transnuklear

Adressen

 
Betreiber: Nuclear Cargo Service (NCS), Rodenbacher Chausee 6, 63457 Hanau, Tel: 06181 / 501-0, Fax: 06181 / 573692, www.daher.com/en/daher-in-germany-2/ 

Behörden:

Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV), Mainzer Str. 80, 65189 Wiesbaden, Tel.: 0611/8150, Fax: 0611/8151941, poststelle(at)umwelt.hessen.de , www.umweltministerium.hessen.de

Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), 65203 Wiesbaden, Rheingaustraße 186, Tel.: 0611-6939-0, Fax: 0611-6939-55, www.hlnug.de

KritikerInnen:

Arbeitskreis gegen Atomanlagen Frankfurt, c/o Dieter Kaufmann, Dritte-Welthaus, Große Seestraße 14, 60487 Frankfurt, akdieter(at)aol.com

atomkraftENDE.darmstadt, Oetinger Villa, Kranichsteiner Str. 81, 64289 Darmstadt, kontakt(at)atomkraftENDE.de,
www.atomkraftendedarmstadt.blogspot.de 

AK.W.ende Bergstraße, c/o Volker Ahlers, Mozartstr. 70i, 64646 Heppenheim, akwende(at)googlemail.com,
www.akwende.blogsport.de 

Quellen

[1] daher.com: DAHER in germany

[2] „Mit Atommüll Millionenaufträge ergattert“ FAZ.net, 25.01.2008

[3] netzwerk-regenbogen.de: Kein Atommüll-Zwischenlager in Hanau

[3a] openpr.de, 22.04.2020: Vorläufig kein weiterer radioaktiver Abfall in Hanau

[4] umweltministerium.hessen.de: NCS

[5] Deutscher Bundestag, Antwort auf die Kleine Anfrage (Linke):"Zwischenlager und Sammelstellen für radioaktive Abfälle", Drucksache 17/4329 vom 17.12.2010

[6] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: „Verzeichnis radioaktiver Abfälle – Bestand zum 31. Dezember 2017 und Prognose“

[7] Deutscher Bundestag, Antwort auf die Kleine Anfrage (Grüne):"Atommüll – Fragen zur Lagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle und diesbezüglichen Korrosionsproblemen (verrostete Atommüllfässer)", Drucksache 17/9592, 09.05.2012