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Name: | Fliegerhorst Büchel |
Bundesland: | Rehinland-Pfalz |
Betreiber: | Bundeswehr |
Inbetriebnahme: | 1944/1945: 2 Startstellungen für V1-Marschflugkörper 1954/1955: Ausbau zu einem Militärflugplatz durch Frankreich 13.081955: Übergabe des Fliegerhorstes an die Bundeswehr [1] |
Stationierung von Atomwaffen: | 2004: Seit Abzug der US-Atomwaffen von der US-Airbase Ramstein ist Büchel der einzige Standort, an dem Atomwaffen der US-Army gelagert werden. [1] 2017 wurde die Stationierung der Atomwaffen zum ersten Mal offiziell bestätigt. [2] 1990 wurde im Norden des Areals im Rahmen des NATO-Programms Weapons Storage and Security System (WS3) ein neues Atomwaffenlager errichtet, das maximal 44 Atombomben aufnehmen kann. In den Bunkern werden nach verschiedenen Medienberichten, aber offiziell nicht bestätigt, aktuell bis zu 20 taktische US-Atomwaffen des Typs B61-3/4 gelagert. Dieser Bombentyp hat eine einstellbare Sprengkraft von 0,3 bis 170 Kilotonnen TNT. Letzteres entspricht mehr als der 13-fachen Zerstörungskraft der Hiroshima-Bombe „Little Boy“. [3] Die deponierten Atomwaffen müssen im Kriegsfall vom US Präsidenten freigegeben werden. Sie unterstehen der US Air Force. [4] |
Beteiligung der Bundeswehr: | Die Bundeswehr stellt die Trägerflugzeuge - 36 Tornados - für die Freifallbomben bereit. Sie plant, die 35 neu zu beschaffenden kernwaffenfähigen F-35 A ebenfalls in Büchel zu stationieren. [1] Die deutsche Luftwaffe bildet in Büchel im Rahmen der sogenannten „nuklearen Teilhabe“ Jagdbomberpiloten für den Einsatz mit taktischen Atomwaffen aus. [4] Sie übt den Atomwaffeneinsatz regelmäßig im Rahmen der geheimen NATO-Übung „Steadfast Noon“.[4] |
Modernisierung: | Derzeit wird der Standort Büchel grundsaniert. Die Tornados sind im Juli 2022 bis zur voraussichtlichen Fertigstellung von Büchel frühestens im Jahr 2028 zum Fliegerhorst Nörvenich verlegt worden. Die USA wollen die Waffen modernisieren und mit einem Steuerungssystem ausstatten. Das Programm des Pentagons sieht den Bau von insgesamt rund 500 Atombomben des Typs B61-12 für etwa 10 Milliarden Dollar im Rahmen eines Programms der so genannten Lebensdauerverlängerung (Life Extension Program) vor. Dazu zählen auch die Bomben für Büchel. Bisher handelt es sich um reine Abwurfbomben. Die neu konstruierten Bomben werden dann die modernsten Atomwaffen der USA. Die neue Version soll ein Steuerungssystem erhalten, das Reichweite und Zielgenauigkeit verbessert. Sie hat einen Atomsprengkopf mit vierfach variabler Sprengkraft, die vor dem Start dem zu zerstörenden Ziel angepasst wird. Sie kann tief in den Boden eindringen und erst dort explodieren, also verbunkerte Gefechtsstände und Befehlszentren zerstören. [4] |
Besondere Gefahren: | Die Stationierung von Atomwaffen in Deutschland, die Beteiligung an der nuklearen Aufrüstung und damit auch an einem möglichen Atomwaffeneinsatz verschärft die Kriegsgefahr. In Büchel finden seit mehreren Jahren Protestaktion statt, die eine nukleare Abrüstung und die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrages fordern. [4] Mit der Modernisierung werden die Waffen zu präzisionsgesteuerten Fernwaffen umgebaut und damit die Einsatzwahrscheinlichkeit erhöht. [4] 2008 meldete die Federation of American Scientists (FAS), dass nach einer internen Studie der United States Air Force in vielen Atomwaffenlagern - auch in Büchel - die minimalen Sicherheitsstandards des amerikanischen Verteidigungsministeriums nicht eingehalten werden.[1] 16.01.2014: Absturz eines deutschen Tornados während einer Nachtübung beim Landeanflug auf Büchel bei Laubach (Eifel) nahe der Autobahn 48. [1] 18.10.2019: Flugunfall mit einem US-Kampfflugzeug, der vom Fliegerhorst Büchel kommend rund 3,6 Tonnen Treibstoff abließ. [1] |
Kosten: | Insgesamt sind für die Modernisierung des Fliegerhorstes Büchel sowie für die Implementierung des Waffensystems F-35A etwa 1,1 Milliarden Euro vorgesehen. Die Kosten für die Beschaffung der F-35A ist dabei nicht einberechnet.. [5] |
Stilllegung |
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Abzug der Atomwaffen: | Weder von US-amerikanischer noch von deutscher Seite geplant. |
Adressen |
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Kritiker*innen | Büchel ist überall! Atomwaffenfrei. jetzt, Internationaler Versöhnungsbund - Initiativkreis gegen Atomwaffen |
Quellen[1] Wikipedia: Fliegerhorst Büchel. Bearbeitungsstand 09.05.2024. [3] Wikipedia: B61 (Kernwaffe). Bearbeitungsstand 13.03.2024. [4] IPPNW: Atomwaffen A-Z: Büchel. Abgerufen 30.06.2024. [5] Insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro für Fliegerhorst Büchel. Bundeswehr-Journal 26.07.2023 | |
Büchel -Stationierung von Atomwaffen
Von Stahlkocher - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Wikimedia