Atomtransporte

Hintergrund

Das Thema Atomtransporte wird bestimmt von den Bildern der CASTOR-Transporte zum Zwischenlager Gorleben - hochradioaktive Abfälle, die auf ihrem Weg von Tausenden von Polizisten und einer Vielzahl von Protesten begleitet werden. Tatsächlich rollen täglich Atomtransporte über Straßen und Schienen, unbeachtet von Behörden und Bevölkerung. Hier eine Auswahl:

  • Transporte mit Natururan zur Urananreicherungsanlage in Gronau
  • Transporte mit angereichertem Uran von der Urananreicherung in Gronau zur Brennelementfertigung in Lingen oder in andere Länder
  • Transporte mit abgereichertem Uran in Form von Uranhexafluorid in die französische Anlage in Pierlatte zur Konversion in Uranoxid
  • Transport mit angereichertem Uran aus anderen Ländern zur Brennelementfertigung nach Lingen
  • Transporte mit radioaktivem Material zum Einsatz in Medizin, Wirtschaft, Forschung und Unterricht
  • Transporte von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen von allen Atomanlagen in Konditionierungseinrichtungen zur Behandlung der Abfälle
  • Transporte mit radioaktiven Abfällen zur Behandlung in andere Länder (Verbrennung in den USA, Behandlung und Lagerung in Schweden)
  • Transporte von Rohabfällen, vorbehandelten Abfällen und konditionierten Abfällen in Zwischenlager
  • Transporte von freigegebenem radioaktiven Material zur Deponierung auf Hausmülldeponien, zur Verbrennung, Einschmelzung oder Wiederverwertung.
  • Transit von radioaktiven Stoffen

Die meisten dieser Transporte finden im Rahmen des normalen Regelgüterverkehrs als Gefahrgut ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen statt. Die Behörden werden über die Transporte nicht unterrichtet, Feuerwehr und Polizei können so erst am Unfallort feststellen, dass gegebenenfalls radioaktives Material in einen Unfall verwickelt ist.

Am 25.08.2025 hat das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung  (BaSE) die Transportgenehmigungen für die bestrahlten Brennelemente aus dem Forschungsreaktor Garching FRM II und dem AVR-Behälterlager Jülich in das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus erteilt. Damit ist der Weg frei für 152 Castor-Transporte über die Straßen im Ruhrgebiet sowie für 2 Behälter mit hochangereichertem Uran aus München nach Nordrhein-Westfalen (NRW). Die Aufbewahrungsgenehmigung für die Garchinger Brennelemente in Ahaus wurde ebenfalls am 25.08.2025 erteilt, für die Brennelemente aus Jülich liegt sie bereits seit dem 21.07.2016 vor.

Weiterlesen

Ein neues Gutachten der Physikerin Oda Becker im Auftrag der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt untersucht die spezifischen Gefahren der geplanten Transporte von 152 Castor-Behälter aus Jülich nach Ahaus. Aufgrund eines Störfalls im AVR-Reaktor sitzt Cäsium in größeren Mengen im porösen Graphit und kann bei einem unfallbedingten Brand leicht freigesetzt werden. Graphit ist bereits ab 600°C brennbar und schwer zu löschen. Zusätzlich zu bisherigen Szenarien betrachtet Becker die Auswirkungen eines Drohnenangriffs und kommt zu dem Schluss, dass es zu Freisetzungen bis in etwa 180 Metern Entfernung von der Strecke kommen könnte, die unter Umständen selbst für Menschen in Gebäuden tödlich wären.

Weiterlesen

Mit einer Studie zu den Atomtransporten in Deutschland im Auftrag der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen legte Dipl.-Phys. Wolfgang Neumann von der intac Hannover 2011 erstmals einen umfassenden öffentlich zugänglichen Überblick über die "in Zusammenhang mit der Atomenergienutzung transportierten Arten radioaktiver Stoffe und die dafür benutzten Transportmittel sowie, soweit möglich, Transportaufkommen, Umschlagorte und Transportwege" vor. Darüber hinaus wurde eine qualitative Betrachtung des damit verbundenen Gefahrenpotentials durchgeführt.

Weiterlesen