Forschungsreaktor FRJ-1 MERLIN

 

Anlage


Name der Anlage:

Forschungsreaktor FRJ-1 „MERLIN“

Bundesland:

Nordrhein-Westfalen

Betreiber:

Forschungszentrum Jülich GmbH (FZJ)

Vormals Kernforschungsanlage Jülich des Landes Nordrhein-Westfalen e.V.(KFA)

Gegründet als Gesellschaft zur Förderung der kernphysikalischen Forschung (GFKF) (bis 1960)

Gesellschafter:

90% Bund, 10% Nordrhein-Westfalen

Reaktortyp:

Schwimmbadreaktor

Leistung, thermisch:

10 MW

Zweck:

Neutronenquelle für Bestrahlungen und Strahlrohrexperimente

Inbetriebnahme:

23.02.1962

Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde:

Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk Nordrhein-Westfalen (MWEIMH)

Umgebungs-
überwachung:

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) und Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes NRW (LIA)

Stilllegung


Abschaltung:

22.03.1985

Stillstandsbetrieb:

1985 - 1995

Rückbau:

2000 – 2003: Rückbau

2004-2007: Freimessungen

März – Juni 2008 Rückbau Reaktorgebäude

23.11.2007 aus dem Geltungsbereich des Atomgesetzes entlassen

Kosten:

30,2 Mio. € aus öffentlichen Geldern - 90% Bund und 10% NRW

(Zum Vergleich: Baukosten ca. 20 Mio. € Land NRW) [1]

Abfälle


Verbringung der Abfälle:

  1. Wiederaufarbeitung: Die Brennelemente des MERLIN wurden zur Wiederaufarbeitung nach Dounreay (Schottland) und zum Department of Energy (USA) gebracht.

    In Dounreay lagern 55 Fässer mit zementierten Wiederaufarbeitungsabfällen (DIDO und MERLIN), die zwischen 2018 und 2022 nach Jülich zurückgeliefert werden sollten. Das FZJ hat Verhandlungen aufgenommen, anstelle der Fässer eine Glaskokille mit hochaktiven Abfällen zurück zu nehmen (Curie-Swap). Dies müsste dann in Ahaus oder dem TBL Gorleben zwischengelagert werden. [2]
  1. ASSE II: 13.325 Gebinde mit Abfällen insgesamt aus dem FZJ, des AVR und der Landessammelstelle NRW

    Vorfälle bei der Anlieferung an die ASSE II:
  • 02.12.1971: 70 Fässer falsch und unvollständig deklariert, der Inhalt von ca. 20 % der Rollsickenfässer und Blechtrommeln war nicht verfestigt bzw. nicht mit einer allseitigen mindestens 5 cm starken Betonschicht umgeben.
  • 02.07.1972: 65 von 70 Fässern beanstandet - Betonauskleidung fehlt
  • 06.12.1977: Dosisleistung an der Oberfläche 9,5 mSv/h (angegeben waren 0,5 mSv/h), in 1 m Abstand 0,8 mSv/h (angegeben waren 0,05 mSv/h) [3]
  1. Morsleben: 311 m³ aus dem Forschungszentrum Jülich (ohne AVR und Landessammelstelle) [4] 

Quellen:

[1] Landtag Nordrhein-Wetsfalen: Antwort auf die Kleine Anfrage (Grüne) „Direkte und indirekte Subventionen für Atomanalgen in NRW“, Drucksache 14/10357 vom 03.12.2009

[2] Forschungszentrum Jülich „Waste-Tausch“ – zur Berichterstattung in der WAZ

[3] Helmholtz-Zentrum München / PG Jülich: „Asse-Inventar – Abschlussbericht“ vom 31.08.2010

[4] Deutscher Bundestag: Antwort auf die schriftliche Anfrage der Abgeordneten Lötzer, Drucksache 17/14270 vom 28.06.2013, S. 62 ff.