Framatome Karlstein

Anlage

 

Name der Anlage:

Framatome Technical Center Karlstein

Bundesland:                         

Bayern

Betreiber:

Framatome GmbH

Eigentümer:

Framatome
Die Framatome GmbH (vormals Areva GmbH) ist die deutsche Tochtergesellschaft des französischen Kerntechnikunternehmens Framatome (vormals Areva NP), ein börsennotiertierter staatlicher französischen Industriekonzerns. Nach Milliardenverlusten übernahm Électricité de France (EdF) zum Jahreswechsel 2017/18 75,5 % des Reaktorbaugeschäfts von Areva. Die EdF ist zu 84,8% in Händen des französischen Staates. Anteilseigner an Framatome sind zudem Mitsubishi Heavy Industries (Japan, 19,5%) und Assystem (Frankreich, 5%). [1] [1a]

18.03.2011: Verkauf der Siemensanteile an AREVA NP für 1,62 Mrd € an die AREVA Group

2011: Joint Venture zwischen der Nuklearabteilung von Siemens (SNP) und der französischen Firma Framatome

1987: Eingliederung der KWU in die Siemens AG

1977: Übernahme der AEG-Anteile durch Siemens

1973: Einbringung der AEG Kernenergieversuchsanlage in die Kraftwerk Union AG (KWU), ein 1969 von AEG und Siemens gegründetes Gemeinschaftsunternehmen

1960: Gründung der AEG Kernenergieversuchsanlage Karlstein [2]

Mitarbeiter*innen: Rund 400 [2a]

Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde:

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie

Umgebungs-
überwachung:

Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU)

Unabhängige Messstelle: Helmholtz-Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (HMGU)

Atomanlagen in Betrieb

Tätigkeitsschwerpunkte: [2]


  • Qualifizierung von Komponenten und Systemen für Atomkraftwerke
  • Diverse Prüfstände für Großarmaturen und Kraftwerkskomponenten
  • Fertigung von Spezialkomponenten für Atomkraftwerke

Am "Standort Seligenstäder Straße" werden für Neubau- und Modernisierungsprojekte weltweit Kerninstrumentierung von Siedewasser- und Druckwasserreaktoren sowie Diagnosesysteme hergestellt sowie Sicherheitssysteme projektiert.

Am "Standort Am Kieswerk" fertigt die Tochtergesellschaft Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) seit mehr als 50 Jahren Komponenten für Brennelemente und Kernbauteile.

Karlstein Thermal Hydraulic Test Loop (KATHY):

Versuchsstand für thermohydraulische Untersuchungen an Brennelementen für Druck- und Siedewasserreaktoren.

Integral-Teststand Karlstein (INKA):

Prüfstand für die Beherrschung eines Kühlmittelverlust-Störfalls im Siedewasserreaktor der Generation III + KERENA (früher als SWR-1000 bezeichnet)

Atomanlagen außer Betrieb

AEG Prüfreaktor PR-10

 

Reaktortyp:

Argonaut, Nullleistungs-Prüfreaktor mit Leichtwasser moderiert und gekühlt, Graphitreflektor

Leistung, thermisch:

180 Watt

Zweck: experimentelle Überprüfung von Rechenmethoden für die neutronenphysikalische Reaktorauslegung

Inbetriebnahme:

27.01.1961

Brennelemente: plattenförmige Brennelemente aus hochangereichertem Uran

Außerbetriebnahme:

November 1975

Rückbau:

22.02.1978: Aus dem Geltungsbereich des Atomgesetzes entlassen. Die Halle wurde für die Wartung von Geräten für die automatisierte Prüfung von Reaktordruckbehältern genutzt.

Thermisch-Kritische Anordnung

 

Reaktortyp:

Tank, Nullleistungsreaktor

Leistung, thermisch:

100 Watt

Zweck: Neutronenphysikalische Messungen an neuen Brennelementen

Inbetriebnahme:

23.06.1967

Außerbetriebnahme:

Januar 1973

Rückbau:

21.12.1981: Aus dem Geltungsbereich des Atomgesetzes entlassen

Heiße Zellen

Bauweise:

1,1 m dicke Wände und Bleiglasfenster, fernhantierte Manipulatoren

Zweck:
  • Untersuchung von Brennelementen nach dem Einsatz im Reaktor
  • Bestrahlungsversuche an Brennstäben und Reaktorkomponenten
  • Fertigung von Kobalt-60 Bestrahlungskapseln für die Behandlung von Krebstumoren

Inbetriebnahme:

1968

Außerbetriebnahme:

1989

Rückbau:

abgeschlossen 2008

ARAK I Abfallverbrennungsanlage
Stilllegung

1988

Der Bau der zweiten Atommüllverbrennungsanlage ARAK II wurde 1993 nach Protesten aufgegeben.

Abfälle

 

Verbringung von Abfällen:

  1. ASSE II: Eventuell sind hier aufgelistete Gebinde anderen Anlagen von AEG und KWU am Standort zuzuordnen
  • AEG Kernenergieversuchsanlage: 233 Gebinde
  • KWU Karlstein: 1.704 Gebinde  [3] 

  1. Morsleben: Siemens KWU 120 m³ (nicht unbedingt alleine vom Standort Karlstein) [4]
  2. Zwischenlager Hanau: 168 t
  3. Zwischenlager Karlstein

Adressen

Betreiber: Framatome GmbH, Seligenstädter Str. 100, 63791 Karlstein am Main, Tel.: 09131 900 0, https://www.framatome.com/EN/businessnews-1592/framatome-in-deutschland-standort-karlstein.html
Behörden:

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Prinzregentenstraße 28, 80538 München, Postanschrift: 80525 München, Tel.: 089/2162-0, Fax: 089/2162-2760, info(at)stmwi.bayern.de, www.stmwi.bayern.de

Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), Bürgermeister-Ulrich-Straße 160, 86179 Augsburg, Postanschrift: 86177 Augsburg, Tel.: 0821 / 9071-0, Fax: 0821 / 9071-5556, poststelle(at)lfu.bayern.de, www.lfu.bayern.de

Quellen

[1] areva.com: 2016 annual results

[1a] wikipedia.org - Framatome

[2] AREVA, Karlstein 50 Jahre Innovationen für die Kerntechnik, 2010

[2a] Standort Karlstein - Framatome GmbH

[3] Greenpeace: „Tabelle Asse-Inventar“

[4] Deutscher Bundestag: Antwort auf die schriftliche Anfrage der Abgeordneten Lötzer, Drucksache 17/14270 vom 28.06.2013, S. 62 ff.