RBZ Philippsburg

Anlage

                                      

Name der Anlage:

RBZ-KKP Reststoffbearbeitungszentrum KKP

Bundesland:

Baden-Württemberg

Betreiber:

Für das RBZ wurde von der EnBW Kernkraft GmbH (EnKK) eigens eine Gesellschaft für nukleares Reststoffrecycling mbH gegründet. Die Gesellschaft steht für den Einstieg strategischer Partner offen. Die Verhandlungen mit Bilfinger sind allerdings gescheitert. [1]

Gesellschafter:

EnBW AG

Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde:

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (UM)

Umgebungs- überwachung:

Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)

Lage:

Auf dem jetzigen Kraftwerksgelände.

Genehmigung: [2]

03.06.2014: Antrag auf Umgangsgenehmigung nach § 7 StrlSchV beim UM und Baugenehmigung beim Landratsamt Karlsruhe.

31.10.2014: EnBW legt eine Erheblichkeitsstudie vor, die besagt, dass vom RBZ-P keine erheblichen Umweltauswirkungen ausgehen würden und damit eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitsbeteiligung im Genehmigungsverfahren nicht erforderlich sei. [3] Dies wurde vom Öko-Institut bestätigt. [2]

Februar 2016: Baugenehmigung durch das Landratsamt [4] Mit den Baumaßnahmen wurde begonnen.

17.12.2018: Alle nötigen Genehmigungen zum Umgang mit radioaktiven Stoffen wurden erteilt. Die Inbetriebnahme war für Ende 2019 angekündigt. [6]

Die Genehmigungen für die RBZ- und SAL-Anlagen "verstoßen gegen das Minimierungsgebot des Strahlenschutzes, gegen das Verursacherprinzip und gegen das Vorsorgeprinzip, sie sind deshalb abzulehnen", heißt es von Kritiker*innen. [7]

Inbetriebnahme: EnBW gab 2-2,5 Jahre Bauzeit vor, Inbetriebnahme sollte Ende 2019 stattfinden. Anfang 2020: "Im Jahr 2020 ist die Betriebsbereitschaft der Einrichtungen vorgesehen." [4]

Konditionierung:

Im RBZ-KKP sollen Abfälle aus KKP 1 und KKP 2 sowie aus anderen Anlagen der EnKK bearbeitet werden.

Das RBZ besteht aus einer Reststoffbearbeitungshalle, einer Freimesshalle, dem Übergangbereich sowie ca. 1.640 m² Lagerflächen. Verbrennen und Schmelzen radioaktiver Abfälle soll bei externen Konditionierern durchgeführt und die radioaktiven Aschen und Schlacken anschließend zurückgenommen werden.

  • Zerlegung thermisch
  • Zerlegung mechanisch
  • Zerlege-Caisson für Großkomponenten
  • Kabelschäl-/Recyclinganlage
  • Betonbrecher und Betonbearbeitung
  • Dekontamination: Trocken-Abrasivverfahren und Nassverfahren
  • Ultraschallreinigung
  • chemische und elektrochemische Dekonteinrichtungen
  • Abfallsortierung
  • Hochdruckpresse
  • Behältertrocknung
  • Verdampferanlage
  • Konditionierung von Verdampferkonzentraten
  • Konditionierung von konventionellen Schadstoffen
  • Verpackungseinrichtungen
  • Freimessung [5]

Besondere Gefahren:

Mit der Gründung der neuen Gesellschaft will sich die EnKK ein neues Geschäftsfeld erschließen und ihr Rückbaukonzept und Know-How weltweit vermarkten. Die Öffnungsklausel für die Behandlung und Lagerung von Atommüll von anderen EnBW-Standorten kann zum Einfallstor für anderen Atommüll werden, selbst wenn die EnBW derzeit das Gegenteil erklärt. Die Energiewerke Nord haben eine solche Entwicklung bereits vollzogen.

Stilllegung

 

Befristung:

Keine Befristung der Anlage beantragt.

Abfälle

 

Inventar:

Ca. 1.640 m² Zwischenlagerflächen von radioaktiven Abfällen und freigemessenen Abfällen sowie zur Transportbereitstellung. 1.000 m² davon sind für die angelieferten Rohabfälle vorgesehen. Die Lagerflächen werden befestigt aber nicht überdacht. [3]

Transporte

 

  • Zur Anlage:

gerechnet wird mit täglich zwei Transporten, überwiegend aus dem Abbau von KKP 1 und KKP 2

Rücktransporte von konditionierten Abfällen von externen Konditionierern [3]

  • Von der Anlage:

Rücktransport von Abfällen nach Behandlung und Konditionierung an die Abfallverursacher

Abtransport von Rohabfällen zu externen Konditionierern [3]

  • Gleisanschluss:

Vorhanden

Adressen

 

Betreiber:

Gesellschaft für nukleares Reststoffrecycling GmbH, Im Steinbruch, 74382 Neckarwestheim

Behörden:

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, Kernerplatz 9, 70182 Stuttgart, Postfach 103439, 70029 Stuttgart, Tel.: 0711 / 126-0, Fax: 0711 / 126-2881, poststelle(at)um.bwl.dewww.um.baden-wuerttemberg.de

LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Postfach 10 01 63, 76231 Karlsruhe, Tel.: 0721 / 5600-0, Fax: 0721 / 5600-1456, poststelle(at)lubw.bwl.de, www.lubw.baden-wuerttemberg.de

KritikerInnen:

Südwestdeutsche Anti-Atom-Initiativen, mail@atomausstieg-sofort.de, www.atomausstieg-sofort.de und www.philippsburg-abschalten.de

Arbeitskreis gegen das AKW Philippsburg, antiatom(at)t-online.de

BUND Regionalverband Mittlerer Neckar, BUND-Ökozentrum, Waldhornstraße 25, 76131 Karlsruhe, Tel. 0721 / 358582, Fax 0721 / 358587, bund.mittlerer-oberrhein@bund.net, www.bund-mittlerer-oberrhein.de

Quellen

[1] „Die EnBW will „zügig und effizient“ vorgehen“, stuttgarter-zeitung.de, 31.03.2014

[2] Öko-Institut: Stellungnahme zur allgemeinen Vorprüfung der Umweltverträglichkeit des Reststoffbearbeitungszentrums am Standort Philippsburg, 31.03.2015

[3] Dr. Ing. Frank Dröscher: "Errichtung und Betrieb des Reststoffbearbeitungszentrums Philippsburg (RBZ-P) - Vorprüfung des Einzelfalls nach § 3c UVPG Umwelterheblichkeitstudie (UES)", 12.10.2014

[4] enbw.com: Rückbau braucht Infrastruktur - Reststoffbearbeitungszentrum und Standort-Abfalllager

[5] EnBW Kernkraft GmbH: Rückbau im Dialog - Präsentation Bürgerdialog-Veranstaltung in Philippsburg, 03.03.2015

[6] SWR, 7.8.2019: Im Zeitplan: Rückbau vom AKW Neckarwestheim

[7] AG AtomErbe Neckarwestheim: Presse-Mitteilung 17.12.2018

[8] stimme.de, 30.11.2019 - GKN: Große Verspätung bei Rückbau-Anlagen