Uranbergbau Menzenschwand

Quelle: Peter Diehl

Anlage

 

Name der Grube:                 

Grube Krunkelbach (auch Grube Hans Paul)

Bundesland:

Baden-Württemberg

Betreiber:

Gewerkschaft Brunhilde (Niedersachsen)

Entdeckung:

1957

Betriebsbeginn:

1961

Genehmigung:

1960: Genehmigung, nach Uranerz zu suchen.

1963: Nach dem Versiegen der Trinkwasserquellen wurde der Uranabbau zunächst gerichtlich untersagt.

1972 schlossen Landesregierung, Betreiber und die Kurbetriebs-GmbH Menzenschwand einen Vergleich. Die Gewerkschaft durfte bis 1975 weiter abbauen, im Gegenzug wollte die Kurbetriebs-GmbH ein Radon-Kurbad errichten. Nach Bankrott der Kurbetriebs-GmbH 1974 wurde der Weiterbetrieb der Grube trotzdem geduldet.

Dezember 1975: Schürfgenehmigung. Die Schürfgenehmigung erlaubt die Suche, nicht den Abbau. Trotzdem wurde seit 1974 Uranerz abgebaut, im Zuge des Auffahrens der Grube und als „Versuchsabbau“ offiziell im Rahmen von Forschungsvorhaben unterstützt.

1982 beantragte die Gewerkschaft Brunhilde den kommerziellen Abbau des Urans, was die Landeregierung aufgrund erheblicher Proteste ablehnte. [1]

Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde:

Ministerium für Wirtschaft Baden-Württemberg (WM)

Förderung: Ca. 100.000 t Uranerz, Urananteil 0,72%, Tiefe 250 Meter

Verbringung des Uranerzes:

 
  1. Uranerzaufbereitungsanlage Ellweiler: Bis zum 31.05.1989 wurde das Uranerz zur Aufbereitungsanlage Ellweiler gebracht. [1]
  2. Uranerzaufbereitungsanlage Budweis (CSSR): Ab dem 01.06.1989 wurde Uranerz in die tschechische Anlage MAPE bei Budweis gebracht. [1]
  3. Uranerzaufbereitungsanlage Bessines (F):  Ab dem 01.06.1989 wurde Uranerz auch nach Bessines bei Limoges gebracht.  [1]

Kosten:

Öffentliche Gelder: Ca. 13,6 Mio. € aus dem Forschungsetat des Bundes

Ca. 5,2 Mio. € aus dem Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg [1]

Besondere Gefahr:

Studie des Bundesgesundheitsamtes (BGA): Die über Abluft und Abwasser freigesetzte Radioaktivität kann bei einem Verzehr vorwiegend einheimischer Produkte zu einer sechsfachen Überschreitung der Dosisgrenzwerte führen. [1]

Stilllegung

 

Betriebsende:

02.05.1989: Vor dem Urteil in dritter Instanz kündigt die Gewerkschaft Brunhilde an, das Bergwerk Ende 1990 zu schließen. Das Unternehmen war in finanziellen Schwierigkeiten. Am 19.07.1991 wurde das Konkursverfahren gegen die Gewerkschaft Brunhilde eröffnet.

Ende Juli 1991: Förderung des letzten Uranerzes [1]

Kosten: Das Land Baden-Württemberg setzte die die Abschlussarbeiten der Grube aus Steuermitteln fort. Die Schließung kostete das Land ca. 2,25 Mio. €, davon wurden ca. 1,25 Mio. € aus dem Verkauf des Uranerzes durch das Land refinanziert. [2]

Abfälle

 

Verbringung von Abfällen:

Das beim Abbau anfallende Gestein wurde teilweise in das Bergwerk rückverfüllt. Material, das beim Abbau als taubes Gestein galt, wurde von den Forstämtern zum Wegebau benutzt.

Halde: Halde Krunkelbach: 15.000 t - 20.000 t, Direktstrahlung 100 mSv/a [3]

Quellen

[1] Peter Diehl: „Uranabbau im Westen“ aus Tagungsband - Tagung der Bürgerinitiativen gegen Uranabbau in Europa, Zwickau (Sachsen) 1.-3.8.1991

[2] wikipedia.org: Grube Krunkelbach (abgerufen am 27.04.2017)

[3] Arbeitsgemeinschaft HGN Hydrogeologie GmbH / IAF Radioökologie GmbH / GRS mbH: Abschlussbericht zum Vorhaben StSch 4416 Methodische Weiterentwicklung des Leitfadens zur radiologischen Untersuchung und Bewertung bergbaulicher Altlasten und Erweiterung des Anwendungsbereichs Teil B: Erweiterung des Anwendungsbereichs auf NORM-Rückstände Bericht I: Vorkommen und Entstehung von radiologisch relevanten Bodenkontaminationen aus bergbaulichen und industriellen Prozessen“ vom 06.10.2006