Wismut GmbH – Dresden-Gittersee

Karte von Standorten der Wismut

Von Geomartin - Eigenes Werk (Originaltext: selbst erstellt), CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39561372

Anlage

 

Name der Lagerstätte:

Grubenfelder Gittersee, Bannewitz und Heidenschanze

Bundesland:

Sachsen

Betreiber:

Wismut GmbH, vorher SDAG Wismut

Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde:

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG)

Erkundung:

Von 1542 bis 1967 wurde in dem Gebiet Steinkohlebergbau betrieben. Das sogenannte Freitaler Revier war das drittgrößte sächsische Steinkohlerevier. 1946 wurde die Uranhaltigkeit der Steinkohle erkannt. 1967 wurde die Steinkohleförderung eingestellt.

Uranabbau:

1947 – 1955 nutzte man den Urangehalt der Steinkohle. Von 1955 bis 1967 kaufte die SDAG Wismut zeitweilig Steinkohle von dem VEB Steinkohlenwerk Freital zur Urangewinnung ab. 1968 übernahm die SDAG Wismut die Lagerstätte wieder und baute die Erzkohle ausschließlich wegen des Urans ab.

Bis 1989 ca. 4 Mio. t Erzkohle abgebaut. [1]

Förderung:

1949 - 1989: In Gittersee, Bannewitz und Heidenschanze zusammen 3.700 t Uran. [1]

Bergwerk/Fläche:

Auf einer Fläche von 210 ha entstand ein Grubenhohlraum von ca. 2 Mio. m³. [1]

Verbringung des Uranerzes:

Die Erzkohle wurde zunächst in Freital-Döhlen und Dresden-Coschütz verarbeitet und später per Schiene zur zentralen Uranaufbereitung nach Seelingstädt und Crossen gebracht. [1]

Stilllegung

 

Betriebsende:

1989

 Sanierung: [1]

Grubengebäude: 

"Der prognostizierte, natürliche Abfluss des aufsteigenden Wassers über den Steinkohlealtbergbau zum Tiefen Elbstollen trat nicht in dem notwendigen Umfang ein. [...] Bei diesem Flutungsstand kam es zu Bergschäden sowie zu unkontrollierten Wasseraustritten an der Tagesoberfläche in bewohnten Teilen der Stadt Freital. Daraufhin wurde der Flutungsspiegel über das dafür vorgesehene Förderbohrloch wieder abgesenkt und im Grubenfeld Gittersee/Bannewitz bei ca. 115 Meter NN gehalten." [1]

Das im Grubenfeld Gittersee/Bannewitz gehobene Wasser wurde in der Wasserbehandlungsanlage auf der Halde Gittersee behandelt und in den Kaitzbach abgegeben. Die Behandlungsrückstände wurden auf die Halde Schüsselgrund am Standort Königstein verbracht. [1]

Nachdem der natürliche Abfluss nicht erfolgreich war, wurde ein ca. 2.900 m langer Stolln, der Wismut-Stolln, zwischen der Grube Dresden-Gittersee und dem Tiefen Elbstolln aufgefahren. Eigentlich sollten die Arbeiten 3 Jahre dauern, die geologischen und hydrogeologischen Verhältnisse verzögern den Bau. Seit dem 07.10.2014 läuft das Flutungswasser der Grubenfelder Gittersee und Heidenschanze über dem Wismut-Stolln zum Tiefen Elbstollen und über diesen kontrolliert in die Elbe ab. Der Flutungswasserstand wird dadurch dauerhaft bei 120 m NN gehalten.

2019 untersuchte die Wismut die vier Verbindungsbohrlöcher zwischen Grubenfeld und Stollen. Zuvoir war der Flutungspegel angestiegen und die Abflussraten im Elbstolln hatten abgenommen. Es wurden erhebliche mioneralische Ablagerungen festegstellt, die aufwendig beseitigt werden mussten um den Durchsatz der Löcher wieder zu erhöhen. [2]

Wasserbehandlungsanlage:

  • Behandlung des im Grubenfeld Gittersee/Bannewitz gehobenen Wassers
  • Abgabe der behandelten Wasser in den Kaitzbach. Der Kaitzbach speist u.a. das Naturbad Mockritz in Dresden
  • Einstellung der Wasserbehandlung mit Inbetriebnahme des Wismut Stolln. 2015: Rückbau der Anlage

Halde Marienschacht: [2]

  • Ortsrand von Bannewitz
  • 1997 - 1999: Die Halde wurde profiliert, mit mehrschichtigem mineralischen Abdecksystem abgedeckt und bepflanzt
  • 03.11.2015: Entlassung aus der Bergaufsicht
  • Auch nach 1990 wurde kontaminierter Boden und Abbruchmassen in die Halde Marienschacht (Volumen 300.000 m3) eingebracht. 
  • Nachnutzung als Freizeitanlage mit musealem Charakter

Halde Gittersee: [3] 

  • Stadtgebiet Dresden, Stadtteil Gittersee
  • Die Halde Gittersee wurde von 1950 bis 1989 ohne Basisabdichtung durch Hangverkippung an der westlichen Flanke des Kaitzbachtals angelegt.
  • 1995: Erweiterung der Halde um ca. 2,25 ha und 200.000 m³ Einlagerung von Bergemasse, Bodenabtrag, Abbruchmasse, Fremdmaterial und Rückstände aus den Wasserbehandlungsanlagen
  • 2001 - 2006: Sanierung der Halde mit einer Mehrschichtabdeckung

Übertägige Sanierung:

  • Abbruch und Demontage der übertägigen Anlage und Gebäude
  • Abtragung von kontaminierten Böden auf einer Fläche von ca. 21 ha
  • Sanierung der kontaminierten Flächen.
Ende der Sanierung: Geplant 2014, Verzögerung durch Probleme beim Auffahren des Wismut-Stolln. Die Kernsanierung wurde 2017 abgeschlossen. [2]

Dem schließen sich Langzeitaufgaben an: Unterhaltung der bergmännischen Bauwerke, Nachsorge an der Halde Gittersee, Umweltmonitoring.   [2]

Besondere Gefahr: Gittersee ist ein Stadtteil von Dresden mit unmittelbar an die Anlagen angrenzender Wohnbebauung.

Abfälle

 

Halde Marienschacht - Nutzung als Endlager:

Haldenschüttung seit den 1950er Jahren am Ortsrand von Bannewitz, Haldenvolumen 300.000 m3 auf 4,28 ha

Die Halde wird als Oberflächen-Endlager benutzt: ab 1990 kontaminierte Böden und Abbruchmaterialien

Halde Gittersee - Nutzung als Endlager:

 

Haldenschüttung seit 1950 im Stadteil Dresden-Gittersee, Haldenvolumen 1989 922.000 m3 auf 11,8 ha

Erweiterung bis 2001 um 2,25 ha, Haldenvolumen gesamt 1,2 Mio. m3

Die Halde wird als Oberflächen-Endlager benutzt: ab 1990 Bergemasse, Bodenabtrag, radioaktiv kontaminiertes Abbruchmaterial, Fremdmaterial und Rückstände aus den Wasserbehandlungsanlagen

Verbringung von Abfällen:

Halde Schüsselgrund / Königstein:

  • Schlämme aus der Wasserreinigungsanlage des Standortes Dresden-Gittersee 
  • Schlämme aus den Schlammabsetzbecken des WISMUT-Stolln am Standort Gittersee 
  • Bergemasse aus der Auffahrung des WISMUT-Stolln

Adressen

 

Betreiber:

Wismut GmbH
Jagdschänkenstraße 29, 09117 Chemnitz
Tel.: 0371 8120-0, Fax: 0371 81 20-584
info(at)wismut.de, www.wismut.de

Behörden:

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Postfach 540137, 01311 Dresden
Tel.: 0351 2612-5300, Fax: 0351 2612-5399
poststelle.lfulg(at)smul.sachsen.de, www.smul.sachsen.de/lfulg/

Quellen

[1] Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Wismut: Bergbausanierung - Landschaften gestalten und erhalten, Juli 2015

[2] Wismut GmbH, Umweltbericht 2018

[3] wismut.de: Königstein Halde Marienschacht, abgerufen am 25.11.2020

[4] wismut.de: Königstein Halde Gittersee, abgerufen am 25.11.2020