Außenlager Eckert & Ziegler Leese

Container-Freilager / Foto: www.biss-leese.de

Anlage

 

Name der Anlage:

Außenlager Eckert & Ziegler Leese

Bundesland:

Niedersachsen

Betreiber:

Eckert & Ziegler Nuclitec GmbH (EZN) (siehe Kapitel zu EZN)

Der Betreiber firmierte vorher unter:

  • Amersham-Buchler
  • AEA Technology QSA GmbH
  • QSA Global GmbH

Hauptsitz der EZN:

Braunschweig

Geschichte der Anlage in Leese: [1]

1937 – 43: Herstellung von Chemikalien

1964 – 96: Bundeswehr (östl. Teil des Geländes)

80er / 90er Jahre: Untermieter Transnuklear GmbH

Lager für die Kernbrennstoffe Uran und Uranhexafluorid (UF6), 1988 wurde bekannt, dass 62.428 kg umdeklariertes und illegal eingeführtes Uran in Leese gelagert worden waren.

23.07. – 15.08.1996: Freimessung der von Transnuklear geräumten Hallen

1997: Amersham Buchler richtete ein Lager für radioaktive Abfälle ein. Das Lager wurde später ebenso wie das Betriebsgelände in Braunschweig von EZN übernommen. EZN betreibt dort ein Außenlager für seine Betriebe in Braunschweig und lagert die Abfälle der Landessammelstelle Niedersachsen.

Das Areal ist seit 2000 im Besitz der Raiffeisen Warengenossenschaft eG Leese. Große Teile des Geländes werden als Betriebsgrundstück verwendet (Bio-Energie-Park Oehmer Feld), weitere Bereiche wurden vermietet. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Lager EZN liegt die Firma DAHER-Transkem.

Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden:

Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Hannover (GAA-H)

Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz

Genehmigung: [1]

Genehmigung  vom 02.06.2004, Änderungsgenehmigungen vom 27.12.2007, 29.04.2008, 29.12.2008 und 22.12.2011 für ein Volumen von 3.240 m³: Radioaktive Abfälle aus Medizin, Forschung und Technik gem. § 7 StrlSchV als vorbehandelte radioaktive Zwischenprodukte und Abfälle zur Abklinglagerung sowie konditionierte Abfälle

Lagerplatzvolumen: 12.080 200-l-Fässer und 1.540 200-l-Fässern in Containern auf dem Freigelände zur Abklinglagerung von kurzlebigen Radionukliden in weiteren Gebinden. (Container sind in Fassäquivalente umzurechnen).

Genehmigte Gesamtaktivität 1012-fache der Freigrenzen der StrlSchV, Lagerung zeitlich unbefristet, festgelegte Grenzwerte für C-14 und Rn-222: 6,2 x 1010 Bq

Der Abfall muss nicht an eine Landessammelstelle abgegeben werden.

Besondere Gefahren:

  • Spärliche Kontrolle: nur bei „Referenzfässern“, da lagerungsbedingt eine vollständige Kontrolle nicht möglich ist, jährliche Kontrolle durch Betreiber EZN, die Begleitung eines Gutachters ist nur alle 6 Jahre vorgesehen.
  • Ständige Transporte, da die Lagerkapazität mengenmäßig ausgereizt ist, die genehmigte Strahlung aber noch viel zulässt  (z.B. Verbrennung in Amerika und Belgien). Volumenreduktion wird in den nächsten Jahren zur Verringerung des Stellplatzvolumens, aber gleichzeitig zur Erhöhung der Aktivität führen.
  • Das Lager befindet sich in unmittelbarem Bereich von Publikumsverkehr (20 m Tischlerei, 100 m Paintballanlage, 200 m Wertstoffannahme und Obstplantage).

Stilllegung

 

Befristung:

Unbefristete Betriebsgenehmigung

Abfälle

 

Außenlager für Eckert & Ziegler:

Zwischenlager, Abklinglager und Pufferbecken für die Produktion und Konditionierung im Dienste Dritter in Braunschweig

Lagerung von vorkonditionierten und konditionierten Abfällen

Die volumenmäßige Auslastung des Lagers schwankt in den Jahren 2002 – 2011 zwischen 78 % und 97 %.  [1]

2017: Laut eines NDR-Berichts ist Eckert & Ziegler "near capacity", also nahe an ihrer Kapazitätsgrenze für Atommüll. [1a]

Inventar ohne Landessammelstelle:

31.12.2011: 8.069 200-l-Fässer und 8 „KONRAD-Container“. [1] Eine Inventarangabe zum 31.2.2013 ist nicht möglich, da das Verzeichnis radioaktiver Abfälle des Bundesumweltministeriums für das Lager in Leese nur die Abfälle der Landessammelstelle auflistet, die anderen Abfälle, die EZN in Leese lagert, fehlen.

Erweiterung:

Dezember 2013: Betreiber und Behörden informieren, dass der Neubau einer Halle geplant würde. Die Halle soll der Verbesserung der Lagerungs- und Kontrollmöglichkeiten dienen. [2] Da EZN einerseits eine hohe Umgangsgenehmigung hat, die bisher nicht ausgeschöpft wird, andererseits die Lagerkapazitäten volumenmäßig erschöpft sind, ist eine Ausweitung des radioaktiven Inventars zu befürchten.

Transporte

Da Leese auch als Zwischenlager, Abklinglager und Pufferbecken für die Produktion und Konditionierung in Braunschweig dient, gibt es einen regen Transportverkehr zwischen beiden Standorten.

Übersicht über das Transportaufkommen von und nach Leese: [1]

  • 2007: Ein 1.499 Fässer und 3 Container/ Aus 1.348 Fässer
  • 2008: Ein 980 Fässer und 2 Container / Aus 784 Fässer
  • 2009: Ein 1.176 Fässer / Aus 747 Fässer und 25 Container
  • 2010: Ein 1.162 Fässer und 8 Container / Aus 1.094 Fässer
  • 2011: Ein 1.258 Fässer / Aus 358 Fässer
  • zur Anlage:

Vorbehandelte radioaktive Zwischenprodukte, Abklingabfälle, konditionierte Abfälle aus Braunschweig und Jülich

  • von der Anlage:

Vorbehandelte radioaktive Zwischenprodukte, Abklingabfälle, konditionierte Abfälle

  • Gleisanschluss:

Nicht vorhanden

Adressen

 

Betreiber:

Eckert & Ziegler  Nuclitec GmbH, Gieselweg 1, 38110 Braunschweig, 05307 / 932 0, Fax: 05307 / 932 29, info@ezag.de www.ezag.com

Behörden:

Gewerbeaufsichtsamt Hannover, Am Listholze 74, 30177 Hannover, Tel.: 0511 / 9096-0, Fax: 0511 / 9096-199, poststelle@gaa-h.niedersachsen.de,

Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (NMU), Archivstraße 2, 30169 Hannover , Tel.: 0511 / 120-0, poststelle@mu.niedersachsen.de, www.umwelt.niedersachsen.de

KritikerInnen:

BISS - Bürgerinitiative Strahlenschutz Leese e.V., info@biss-leese.de, www.biss-leese.de

Quellen:

[1] Niedersächsischer Landtag: Antwort auf die Große Anfrage (Grüne) “Atommüll im “radioaktiven Dreieck” zwischen Eckert & Ziegler in Braunschweig, dem Zwischenlager Leese und der niedersächsischen Landessammelstelle in Jülich (NRW)”, Drucksache 16/4713 vom 24.04.2012

[1a] taz.de, 21.08.2017: Radioaktiver Müll auf Weltreise

[2] Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz: „Infobrief – Informationen aus dem Zwischenlager für radioaktive Abfälle in Leese“, Nr. 1 / September 2014