Wismut GmbH – Pöhla

Karte von Wismut-Standorten

Von Geomartin - Eigenes Werk (Originaltext: selbst erstellt), CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39561372

Anlage

 

Name der Anlage:

Komplexlagerstätte Pöhla

Bundesland:

Sachsen

Betreiber:

Wismut GmbH, vorher SDAG Wismut, manche Schächte bereits von der SAG Wismut

Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden:

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG)

Erkundung:

Seit Ende der 1940er Jahre

Uranabbau:

Teillagerstätten Pöhla-Globenstein, Hämmerlein und Tellerhäuser

Förderung:

1967 - 1990: ca. 1.200 t Uran. Pöhla trug weniger als 1% zur Gesamtfördermenge der SDAG Wismut bei.

Bergwerk/Fläche:

"Der Standort umfasste aufgrund der Ausdehnung sowie der geologischen Ausbildung der Lagerstätten mehrere Betriebspunkte mit den entsprechenden Gebäuden und Anlagen.

Derartige Betriebspunkte waren:

  • die Luchsbachhalde und die Betriebsfläche Stollen Pöhla mit der Radiometrischen Aufbereitungsfabrik (RAF),
  • der Stollen 19 in Globenstein,
  • der Schurf 24 in Pöhla,
  • der Stollen 15/15a in Zweibach,
  • der Stollen 5 in Rittersgrün,
  • die Kompressorenstation und der Stollen 7 in Zweibach sowie 
  • übertägige Flächen von Wetterüberhauen und Versatzstellen.
Die rund 1,5 Mio. m³ Hohlraum umfassende, weitläufige Grube Pöhla entstand mit der Auffahrung des gleichnamigen Stollens. Das Grubengebäude erschloss die Zinnlagerstätte Hämmerlein und die Uran-Zinn-Lagerstätte Tellerhäuser. Am Stollenmundloch befand sich ein ausgedehntes Betriebsgelände mit der Luchsbachhalde. In den 1980er Jahren wurde hier eine radiometrische Erzaufbereitungsanlage errichtet, die jedoch nach dem Probebetrieb stillgelegt wurde." [1]

Verbringung des Uranerzes:

Zur radiometrischen Sortieranlage am Schacht 371 des Bergbaubetriebs Aue / Schlema. [2]

Stilllegung

 

Betriebsende:

Ende 1990

Sanierung:

Grube Pöhla: [2]

  • Entfernung von technischen Schadstoffen
  • Verfüllung mit Ausnahme des Hauptstollens
  • Flutung der Grube bis 1995
  • Instandhaltung des Hauptstollens zur Kontrolle und Ableitung des kontaminierten Flutungswassers, Zugang zur Lagerung von Reststoffen aus der Wasserbehandlungsanlage
  • Der geflutete Bereich der Urangrube stellt die wesentliche Schadstoffquelle am Sanierungsstandort Pöhla dar; der Schadstoffaustrag über den Wasserpfad erfolgt mit dem überlaufenden Flutungswasser, das vor der Einleitung in den Schildbach/Luchsbach behandelt wird.

Wasserbehandlungsanlage:  [3]

  • 1995: Inbetriebnahme der Wasserbehandlungsanlage
  • Abtrennung der Schadstoffe Uran, Radium, Arsen, Eisen und Mangan erfolgt durch selektive Fällverfahren 
  • 1997: Einstellung der Uranabtrennung, da die Urankonzentration im Flutungswasser unter den genehmigten Einleitwert gesunken war.
  • 2003: Einrichtung einer passiv-biologischen Anlage. Sie war kostenintensiv und hat die Belastung von Radium und Arsen nicht in gewünschtem Maße reduziert. 
  • Seit 2014: Wasserbehandlung in der alten, konventionellen aber ertüchtigten Anlage
  • Kapazität der Anlage: 10 - 60 m³/Stunde
  • Die Überwachung und Fernsteuerung der Anlage erfolgt über die Wasserbehandlungsanlage Schlemm-Alberode
  • Einleitung der behandelten Wässer über den Schildbach in den Luchsbach 

Luchsbachhalde und Schildbachhalde: [5]

Die Halde wurden profiliert. Im Gegensatz zu den Halden in Schlema wurde die Luchsbachhalde nur mit einer 50 cm dicken Mineralschicht bedeckt, statt mit 1 m. Die Sanierung der Halden wurde 2008 abgeschlossen, sie befinden sich in der Nachsanierungsphase. Areale der Halden werden als Schafweide genutzt. 3,2 ha der Schildbachhalde wurden an eine Jagdgenossenschaft verpachtet. 

Übertägige Sanierung:

Sämtliche Anlagen und technologische Komplexe wurden abgerissen, die Betriebsflächen profiliert, mit Mineralboden abgedeckt und begrünt.

Ende der Sanierung:

Die Kernsanierung wurde 2017 abgeschlossen. [4]

Dem schließen sich Langzeitaufgaben an: Nachsorge an der Luchs- und Schildbachhalde, Offenhaltung des nicht-flutbaren Grubengebäudes, Reinigung des kontaminierten Wassers aus dem Überlauf der Grube. Wie lange die Wasserbehandlung noch erfolgen muss kann derzeit nicht gesagt werden. [4] "Auf Grund der sich nur langsam verbessernden Flutungswasserqualität ist mit einer längeren Behandungszeit zu rechnen. Erst nach Einstellung der Wasserbehandlung ist die endgültige Verwahrung der Grube Pöhla möglich. An der Luchsbachhalde sind zum Erhalt des Sanierungsergebnisses weiterhin Pflegeleistungen zu erbringen. Die Umweltüberwachung am Standort ist im erforderlichen Umfang fortzuführen." [1]

Abfälle

 

Halden:

4 Halden mit einem Gesamtvolumen von 2 Mio. m3 Haldenschüttung auf 34 ha

Dauerhafte Lagerung untertage:

Teilfeld Hämmerlein: [2] 740 m3 Rückstandsmaterial aus der Wasseraufbereitung in 2.965 Fässern

Verbringung von Abfällen:

  1. Halde 371 / Schlema: Radioaktive Rückstände aus der Wasserreinigungsanlage Pöhla [2]
  2. Wasserbehandlungsanlage Schlema: Schlämme aus der WBA Pöhla
  3. Schildbach: vorbehandeltes Flutungswasser
  4. Luchsbach: vorbehandeltes Flutungswasser
  5. Stollen 35 Grube Schlema: kontaminierte Materialien aus dem Rückbau [5]

Adressen

 

Betreiber:

Wismut GmbH
Jagdschänkenstraße 29, 09117 Chemnitz
Tel.:0371 8120-0, Fax: 0371 81 20-584
info(at)wismut.de, www.wismut.de

Kontakt vor Ort: Luchsbachtal 18, 08340 Schwarzenberg

Behörden:

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Postfach 540137, 01311 Dresden
Tel.: 0351 2612-5300, Fax: 0351 2612-5399
poststelle.lfulg(at)smul.sachsen.de, www.smul.sachsen.de/lfulg/

Quellen

[1] wismut.de: Der Wismut-Standort Pöhla

[2] Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi): 20 Jahre Wismut GmbH - Sanierung für die Zukunft, März 2011

[3] wismut.de: Bereich Sanierung Aue. Wasserbehandlung, abgerufen am 04.02.2021

[4] Wismut GmbH: Umweltbericht 2018

[5] Wismut GmbH: Umweltbericht 2016