Die Transporttermine stehen noch nicht fest und müssen nun von der Genehmigungsinhaberin Orano NCS GmbH mit den Sicherheitsbehörden abgestimmt werden. [1] Für NRW heißt das 152 Schwerlasttransporte, pro Sattelzug kann nur ein AVR-Behälter transportiert werden. Nach derzeitiger Projektplanung rechnet die Jülicher Betreiberin JEN mit einer Gesamtdauer von 2 Jahren ab Beginn der Transporte. Der Landesverband NRW des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat am 27.05.2025 Widerspruch gegen die Transportgenehmigung eingelegt. [2]
Die Betriebsgenehmigung für das AVR-Behälterlager in Jülich war befristet und ist seit dem 30.06.2013 erloschen. Seitdem lagern die Brennelemente dort ohne Genehmigung, nur aufgrund einer staatlichen Anordnung. Anstatt jedoch eine Neugenehmigung in Ahaus zu erwirken, hat das Forschungszentrum Jülich zuerst überlegt, die Brennelemente in die USA zu exportieren. Dies wurde verworfen. Stattdessen sollen sie jetzt nach Ahaus gebracht werden, obwohl das Brennelement-Zwischenlager Ahaus (BZA) auch nur eine Genehmigung bis zum 31.12.2036 hat und Sicherheitsmängel auweist. So sind die Wände der Lagerhalle nur 40-60 cm dünn wodurch es bei einem gezielten Flugzeugangriff zu größeren Schäden mit einem Einsturz von Wänden und Dach kommen und das Deckelsystem einzelner Behälter direkt getroffen werden könnte.
Im Juli 2024 untersuchte die Physikerin Oda Becker im Auftrag der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt die spezifischen Gefahren der geplanten Transporte von 152 Castor-Behälter aus Jülich nach Ahaus. Aufgrund eines Störfalls im AVR-Reaktor sitzt Cäsium in größeren Mengen im porösen Graphit und kann bei einem unfallbedingten Brand leicht freigesetzt werden. Graphit ist bereits ab 600°C brennbar und schwer zu löschen. Zusätzlich zu bisherigen Szenarien betrachtet Becker die Auswirkungen eines Drohnenangriffs und kommt zu dem Schluss, dass es zu Freisetzungen bis in etwa 180 m Entfernung von der Strecke kommen könnte, die selbst für Menschen in Gebäuden tödlich sein können. [3]
Im Vergleich zu Abfall aus kommerziellen Atomkraftwerken ist der Müll aus dem Forschungsreaktor FRM II in Garching besonders problematisch: Er enthält zu über 87 Prozent hoch angereichertes Uran – – ein Material, das potenziell zur Herstellung von Atomwaffen eingesetzt werden könnte. Der Transport über 700 Kilometer birgt daher enorme Gefahren. Schon in einem der Garchinger Castorbehälter des Typs MTR-3 befindet sich mehr waffenfähiges Uran als für den Bau einer Atombombe gebraucht würde. Zwar liegt das hochangereicherte Uran in einer Brennstoffmatrix gebunden vor, doch die größte technische Barriere auf dem Weg zur Bombe ist die Anreicherung, und die ist bereits durchbrochen. Atomtransporte bieten eine unnötige Angriffsfläche und erhöhen die Gefahr eines möglichen Missbrauchs des Urans. [4]
Quellen
[2] Atommüll: BUND NRW legt Widerspruch gegen Transportgenehmigung ein, umweltfaieraendern.de, 27.05.2025
[4] Waffentauglicher Atommüll soll quer durch Deutschland rollen, Pressemitteilung des Umweltinstituts München und von .ausgestrahlt, abgerufen 27.08.2025