Forschungsreaktor FRJ-2 DIDO

Foto: Maurice van Bruggen

Anlage

 

Name der Anlage:

Forschungsreaktor FRJ-2 „DIDO“

Bundesland:

Nordrhein-Westfalen

Betreiber:

Forschungszentrum Jülich GmbH (FZJ)

Vormals Kernforschungsanlage Jülich des Landes Nordrhein-Westfalen e.V.(KFA)

Gegründet als Gesellschaft zur Förderung der kernphysikalischen Forschung (GFKF) (bis 1960)

Gesellschafter:

90% Bund, 10% Nordrhein-Westfalen

Reaktortyp:

Tank-Schwerwasserreaktor mit hoch-angereichertem Uran

Leistung, thermisch:

Nach zwei Leistungserhöhungen 23 MW

Zweck:

Strahlrohrexperimente sowie Bestrahlungen zur Isotopenproduktion und Neutronenaktivierungsanalyse

Inbetriebnahme:

14.11.1962

Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde:

Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk Nordrhein-Westfalen (MWEIMH)

Umgebungs-
überwachung:

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) und Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes NRW (LIA)

Meldepflichtige Ereignisse:

64 (Stand 31.05.2014) [1]

Stilllegung

 

Abschaltung

02.05.2006

Genehmigung:

Genehmigung zum vollständigen Rückbau vom 20.09.2012 [2]

Rückbau:

Laut Forschungszentrum Jülich geplant bis 2021; derzeit wird die radiologische Charakterisierung durchgeführt.

Kosten:

Rückbau: Ca. 123,9 Mio. € (Schätzung aus 2012) - 90% Bund und 10% Nordrhein-Westfalen (NRW)

(Baukosten 20 Mio. € NRW / jährliche Betriebskosten ca. 20 Mio. €, in der Nachbetriebsphase ca. 15 Mio. € 90% Bund und 10% NRW) [3]

Abfälle

 

Verbringung der Abfälle:

  1. Wiederaufarbeitung: Die Brennelemente des DIDO wurden zur Wiederaufarbeitung nach Dounreay (Schottland) und zum Department of Energy (USA) gebracht.

    In Dounreay lagern 55 Fässer mit zementierten Wiederaufarbeitungsabfällen (DIDO und MERLIN), die zwischen 2018 und 2022 nach Jülich zurückgeliefert werden sollten. Das FZJ hat Verhandlungen aufgenommen, anstelle der Fässer eine Glaskokille mit hochaktiven Abfällen zurück zu nehmen (Curie-Swap). Dies müsste dann in Ahaus oder dem TBL Gorleben zwischengelagert werden. [4]
  1. ASSE II: 13.325 Gebinde mit Abfällen insgesamt aus dem FZJ, des AVR und der Landessammelstelle NRW.

    Vorfälle bei der Anlieferung an die ASSE II:
  • 02.12.1971: 70 Fässer falsch und unvollständig deklariert, der Inhalt von ca. 20 % der Rollsickenfässer und Blechtrommeln war nicht verfestigt bzw. nicht mit einer allseitigen mindestens 5 cm starken Betonschicht umgeben.
  • 02.07.1972: 65 von 70 Fässern beanstandet - Betonauskleidung fehlt
  • 06.12.1977: Dosisleistung an der Oberfläche 9,5 mSv/h (angegeben waren 0,5 mSv/h), in 1 m Abstand 0,8 mSv/h (angegeben waren 0,05 mSv/h) [5] 
  1. Morsleben: 311 m³ aus dem Forschungszentrum Jülich (ohne AVR und Landessammelstelle) [6] 

Transporte

 

  • Vom DIDO:

Ggfs. konditionierte radioaktive Abfälle

  • Gleisanschluss:

Vorhanden

Quellen:

[1] http://www.bfs.de/de/kerntechnik/ereignisse/ereignisse/standorte/karte_fr.html

[2] Gesetz- und Verordnungsblatt (GV. NRW.), Ausgabe 2013 Nr. 18 vom 24.6.2013 Seite 289 bis 318: Öffentliche Bekanntmachung über die Erteilung der Genehmigung für die Stilllegung und den Abbau der Reaktoranlage FRJ-2 in Jülich (Bescheid Nummer 7/10 FRJ-2 vom 20. September 2012)

[3] Landtag Nordrhein-Wetsfalen: Antwort auf die Kleine Anfrage (Grüne) „Direkte und indirekte Subventionen für Atomanalgen in NRW“, Drucksache 14/10357 vom 03.12.2009

[4] Forschungszentrum Jülich „Waste-Tausch“ – zur Berichterstattung in der WAZ

[5] Helmholtz-Zentrum München / PG Jülich: „Asse-Inventar – Abschlussbericht“ vom 31.08.2010

[6] Deutscher Bundestag: Antwort auf die schriftliche Anfrage der Abgeordneten Lötzer, Drucksache 17/14270 vom 28.06.2013, S. 62 ff.