AKW Lingen 2 / Emsland

Foto: Rainer Knäpper, Lizenz: http://artlibre.org/licence/lal/en/

Anlage

 

Name der Anlage:

KKE – Kernkraftwerk Emsland

Bundesland:

Niedersachsen

Betreiber:

Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH

Gesellschafter:

RWE Power AG (87,5%), PreussenElektra GmbH (12,5%)

MitarbeiterInnen:

Ca. 300 [1]

Reaktortyp:

Druckwasserreaktor, Konvoi-Anlage

Leistung, elektrisch:

1.400 MW brutto, 1.329 MW netto

Baubeginn:

10.08.1982

Entsorgungsvorsorge-nachweis:

„Nach den Planungen des Bundes, der für die Endlagerung zuständig ist, kommen zur Beseitigung der radioaktiven Abfälle der Salzstock Gorleben, die Erzgrube Konrad sowie das Salzbergwerk Asse als Endlager in Betracht.“
(2.TEG vom 20.09.1984). [2]

Leistungsbetrieb:

Kommerzieller Leistungsbetrieb ab 20.06.1988

Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde:

Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz Niedersachsen (NMU)

Umgebungs-überwachung:

Niedersächsische Landesbetriebe für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN)

Besondere Gefahr:

Beim gezielten Absturz eines großen Verkehrsflugzeugs würde die Betonhülle bersten.

Meldepflichtige Ereignisse:

150 (Stand 30.04.2018) [3] 

Stilllegung

 

Betrieb befristet:

Bis 31.12.2022 (per Atomgesetz 06.08.2011)

Stilllegungsantrag:

23.12.2017: Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH stellt einen Antrag auf Stilllegung und vollständigen Rückbau (1. SAG).

30.11.2017: Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH stellt einen Antrag auf Betrieb eines Zwischenlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle (TLE) nach § 7 Abs. 3 StrlSchV.

Eingereichte Genehmigungs-Unterlagen sowie Bekanntmachungen und Genehmigungen der Landesregierung Niedersachsen

Abfälle

 

Brennelemente:

193 Brennelemente im Reaktorkern, jährlich werden etwa ¼ der Brennelemente ausgetauscht.

Uran-Brennelemente, Hochabbrand-Uran-Brennelemente, MOX-Brennelemente (max. 48 MOX-Brennelemente – 25% - im Reaktorkern, 12 MOX-Brennelemente pro Nachladung), bisher 90 eingesetzt, 2013-2019 sollen weitere 28 eingesetzt werden. [5]

Insgesamt würden im Rahmen der gesamten Laufzeit bis zum 31.12.2022 997 t SM anfallen. [6]

  • Abklingbecken:

Kapazität für 768 Positionen, Belegung am 31.12.2014: 510 Brennelemente [7]

  • Externes Lager:

Die Brennelemente werden nach einer mehrjährigen Abklingzeit in CASTOR®-Behälter verpackt und in das Standort-Zwischenlager verbracht.

Betriebsabfälle:

Laut BfS im Durchschnitt pro Kernkraftwerk-Block und Jahr 45 m³, Lagerung der Abfälle in „verschlossenen, für Unbefugte nicht zugänglichen Räumen“ [8]

  •  Reaktorgebäude: [8]

Genehmigt im Rahmen der 4. TEG vom 30. März 1988 nach §7 AtG. „Werden andere Räume im Kontrollbereich zur längerfristigen Lagerung radioaktiver Abfälle benutzt, so werden Nutzungsänderungen im Rahmen des Ä/I-Verfahrens beantragt.“

Fasslager für Konzentrate und feste Abfälle
Fasslager für Harze und Filterkerzen
Volumen 185 m³

  • Inventar (31.12.2013): [7]

Rohabfälle und vorbehandelte Abfälle

  • Feste Abfälle, anorganisch: 7,4 t
  • Feste Abfälle, organisch: 17,3 t

Konditionierte Abfälle

  • 200-l-Fässer: 58 (16 m³)

Abfälle in „Endlagergebinden“

  • Zylindrische Gussbehälter Typ II: 41 (53 m³)

Ältestes gelagertes Gebinde aus 1999. Kontinuierliche Ein- und Auslagerungen. Verweildauer bis zur Transportbereitstellung / Konditionierung in der Regel 2 bis 5 Jahre. [9]

  • Luftführung und Klimatisierung:

Es besteht eine gerichtete Luftführung im Lagerungsbereich, Mess- und Filtereinrichtungen für die Entlüftung und eine Klimatisierung zur Verhinderung der Taupunktunterschreitung. [9]

  • Inspektionen:

Jährlich wiederkehrende Sichtprüfung von 20 % der zu inspizierenden Gesamtgebinde. In Abhängigkeit von der Dosisleistung ggf. unter Zuhilfenahme von Kameratechnik.
Sichtkontrolle an Pressfässern mit Rohabfällen vor dem Abtransport.
Bisher keine Befunde festgestellt. [9]

  • Externes Lager:

Das AKW Lingen 2/Emsland besitzt kein externes Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle.

Verbringung von Abfällen:

  1. Wiederaufarbeitung: 113 t SM wurden nach Sellafield (GB) und La Hague (F) verbracht. [6]
  2. Morsleben: 41 m³ [2]
  3. Fasslager Gorleben: [10]
  • 200-l-Fässer: 1
  • Gussbehälter Typ II: 88
  • Container Typ III: 2
  • Container Typ V: 11

Transporte

 

  • zur Anlage:

Unbestrahlte Uran- und MOX-Brennelemente, extern konditionierte schwach- und mittelradioaktive Abfälle, Strahlenquellen

  • von der Anlage:

Radioaktive Rohabfälle, konditionierte radioaktive Abfälle, Strahlenquellen

  • Gleisanschluss:

Vorhanden

Adressen

 

Betreiber:

RWE Power AG, Huyssenallee 2, 45128 Essen, Tel.: 0201/12-01, Fax: 0201/12-24313, www.rwe.com

PreussenElektra GmbH, Tresckowstr. 5, 30457 Hannover, Tel.: 0511/439-03, Fax: 0511/439-2375, www.preussenelektra.de 

Behörden:

Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (NMU), Archivstraße 2; 30169 Hannover , Tel.: 0511 / 120-0, poststelle(at)mu.niedersachsen.de, www.umwelt.niedersachsen.de

Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Am Sportplatz 23, 26506 Norden, 04931 / 947-0, pressestelle(at)nlwkn-dir.niedersachsen.de, www.nlwkn.niedersachsen.de

KritikerInnen:

Anti-Atom-Gruppe Osnabrück, antiatom-os(at)gmx.de www.antiatomgruppe-osnabrueck.de

Anti-Atom-Gruppe Lingen, AntiatomLingen(at)gmx.net

Quellen

[1] RWE Power AG: Webseite zu AKW Lingen

[2] Deutscher Bundestag: Antwort auf die schriftliche Anfrage der Abgeordneten Kotting-Uhl, Drucksache 16/12182, 06.03.2012, S. 60 ff.

[3] bfe.bund.de: Kernkraftwerke in Deutschland: Meldepflichtige Ereignisse seit Inbetriebnahme

[4] PreussenElektra: "Kernkraftwerk Emsland (KKE): "Antrag nach §7 (3) AtG zur Stilllegung und zum Abbau der Anlage", 23.12.2017

[5] ESK-Stellungnahme: Anforderungen an bestrahlte Brennelemente aus entsorgungstechnischer Sicht, 27.05.2011

[6] Wolfgang Neumann: Bestandsaufnahme Atommüll 2013 in: BI Lüchow-Dannenberg „Zur Sache Nr.2“, August 2013, S. 24

[7] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: „Verzeichnis radioaktiver Abfälle – Bestand zum 31. Dezember 2014 und Prognose“

[8] Deutscher Bundestag: Antwort auf die Kleine Anfrage (Grüne): „Atommüll – Fragen zur Lagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen und diesbezüglichen Korrosionsproblemen (verrostete Atommüllfässer)“ Drucksache 17/9592, 09.05.2012

[9] Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz:“Fragen zur Umsetzung der ESK-Leitlinien für die Zwischenlagerung von radioaktiven Abfällen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung – Anlage: Übersicht der Lagerstandorte für radioaktive Abfälle in Niedersachsen (Stand 30.01.2015)“

[10] Deutscher Bundestag: Antwort auf die schriftliche Anfrage der Abgeordneten Lötzer, Drucksache 17/14270, 28.06.2013, S. 62 ff.