HDR Großwelzheim

Atomkraftwerk Großwelzheim (ca. 1990), Bild Forschungszentrum Karlsruhe, Quelle: atom-aktuell.de

Anlage

 

Name der Anlage:

HDR – Heißdampfsiedereaktor Großwelzheim

Bundesland:

Bayern (Standort: Karlstein, direkt neben dem VAK Kahl)

Betreiber:

Heißdampfreaktor Betreibergesellschaft mbH

Gesellschafter:

Kernforschungszentrum Karlsruhe (KfK), heute Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde:

Ministerium für Wirtschaft (WM), später Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG)

Reaktortyp:

Heißdampfreaktor

Leistung, elektrisch:

25 MW brutto, 23 MW netto

Baubeginn:

01.01.1965

Leistungsbetrieb:

Kommerzieller Leistungsbetrieb ab 02.08.1970

Stilllegung

 

Außerbetriebnahme:

20.04.1971
Die Brennelemente wiesen konstruktive Mängel auf, so dass sie einen Betrieb bei voller Leistung nicht erlaubt hätten. Deshalb wurde der Reaktor bereits eineinhalb Jahre nach der ersten Netzsynchronisation wieder abgeschaltet. [1]

Weiternutzung:

AEG plante, den HDR in einen schnellthermischen Reaktor umzubauen. Nach Ende der staatlichen Förderungen wurden diese Planungen wieder aufgegeben. [2]

Nach der Stilllegung diente der Reaktor ab 1983 für Sicherheits-Tests, u.a. Simulationen von Erdbeben und Flugzeugabstürzen sowie Experimente zum Dampf-Abblasen, zum Brandschutz und zur Wasserstoff-Verpuffung. [3]

27.05.1986: Das bayerische Umweltministerium erteilte die Genehmigung im benachbarten, stillgelegten Heißdampfreaktor HDR Kahl künstliche Erdbeben zu Versuchszwecken zu erzeugen. Nach einer Klage zweier Anwohner, die befürchteten, dass die Schwingungen das nur 80 m entfernte Brennelementlager des VAK Kahl beschädigen könnte, wurden die Versuche im Juli 1986 wieder eingestellt. [4] [5] 

Rückbau:

16.02.1983: Stilllegungsgenehmigung  

14.05.1998: Aus dem Geltungsbereich des Atomgesetzes entlassen

Mitte Oktober 1998: Beendigung des konventionellen Restabrisses

Kosten:

Die Kosten des Rückbaus waren nicht ermittelbar. (Bau ca. 45 Mio. €)

Abfälle

 

Verbringung der Abfälle:

  1. Wiederaufarbeitung: 6,9 t SM wurden zur WAK Karlsruhe verbracht. [6]
  2. ASSE II: 986 Gebinde aus der Wiederaufarbeitung von Brennelementen des HDR in der WAK Karlsruhe. 587 Gebinde von AEG Schnellreaktoren. [7]
  3. Zwischenlager Nord: Druckbehälter, Kühlmaschinen und Notstromdiesel

Quellen

[1] de.wikipedia.org: Kernkraftwerk Großwelzheim

[2] nucleopedia.org: Kernkraftwerk Großwelzheim

[3] BRENK Systemplanung Aachen: "Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Anlagen", Aachen November 2009

[4] "Weitere "Erdbeben"-Tests?" Frankfurter Rundschau, 17.07.1986

[5] ""Erdbeben" im Reaktor gestoppt", Abendzeitung, 18.07.1986

[6] Deutscher Bundestag: Antwort auf die Kleine Anfrage (Grüne): "Atommüll – Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe und Zwischenlager Nord" Drucksache 17/4702, 07.02.2011

[7] Greenpeace: "Tabelle Asse-Inventar"